Nie mehr Kopfweh

Nie mehr Kopfweh

Für alle, die unter gelegentlichen bis häufigen Kopfschmerzen leiden

Kopfweh ist heilbar und kein Zeichen für Aspirinmangel.

Wenn du zu den mehr als 50 % der Bevölkerung gehörst die unter Spannungskopfschmerzen leiden, gibt’s eine gute Nachricht: es gibt wirksame Strategien. Die zweite gute Nachricht ist: die Strategien sind alle kinderleicht und wissenschaftlich bewährt. Laut Statistik leiden 54 % der Bevölkerung gelegentlich unter Spannungskopfschmerzen. In Deutschland haben bereits schon über 80 % der achtjährigen Kopfschmerzerfahrung und mit zwölf Jahren sind es bereits 90 % die Kopfschmerzen vom Spannungstyp kennen.
Für den Spannungskopfschmerz ist es übrigens völlig normal, dass medizinisch außer von vermehrten Muskelverspannungen, keine krankhaften Befunde erhoben werden können, weder in modernen Röntgenverfahren noch bei sonstigen teuren Untersuchungsmethoden. Die Diagnose wird beim Spannungskopfschmerzen zu 95 % durch die Beschreibung gesichert, nämlich: ein mehrheitlich beidseitiger Kopfschmerz, von dumpfem und drückendem Charakter, der verstärkt im Schläfenbereich oder im Hinterkopf auftritt und immer das Fehlen von Übelkeit, Erbrechen oder Lichtempfindlichkeit. Die nachfolgenden Ausführungen betreffend ausschließlich den Spannungskopfschmerz als der häufigsten Kopfschmerzform.
Wenn du sichergehen willst, kannst du den Kopfschmerzfragebogen von der Kieler Schmerzklinik dir aus dem Internet runterladen und deine Diagnose selbst stellen. Dieser Fragebogen ist nachgewiesenermaßen zuverlässiger, als alle apparativen Untersuchungen wie Kernspintomografien und Computertomographien.
http://www.schmerzklinik.de/wp-content/uploads/2009/02/kieler-migrane-und-kopfschmerzfragebogen.pdf
Wie das Wort Spannungskopfschmerzen schon sagt, wird der Schmerz durch die vermehrte Spannung der Muskulatur ausgelöst, entweder der Schulter-Nacken-Halsregion oder aber hauptsächlich der Kaumuskulatur. In Situationen in denen wir uns den Kopf über etwas zerbrechen, was wir nicht aushalten können, weil alles zu viel ist und wir uns durchbeißen müssen und keine Lösung finden, verkrampft sich die Muskulatur. Wenn jetzt die Spannung größer wird, als der Druck den die Abbauprodukte der Zelle benötigen um über Lymphe und Venen abgeleitet zu werden, verbleiben sie im Bindegewebe. Interessant ist das fast alle diese Stoffe wieder das Schmerzsystem sensibilisieren, wodurch die Muskelspannung weiter zunimmt und damit ist der Teufelskreis perfekt. Das Ganze ist natürlich noch viel komplizierter aber zum Verständnis reicht diese Vorstellung völlig aus. Der Fluss, in dem Fall der Abfluss ist ins Stocken geraten.
Du kannst das bei dir ganz einfach selbst überprüfen. Beiße einmal für 10 min, wenn du gerade keine Kopfschmerzen hast, ganz fest die Zähne zusammen und halte diese Spannung. Wenn du danach im Bereich der Schläfe hinter dem Augenwinkel die Muskulatur abtastest, wirst du sicherlich ganz schnell schmerzhafte Muskelverspannungen tasten. Nach dieser Übung kannst du dir sehr gut vorstellen wie die Spannungskopfschmerzen entstehen. Wo du weitere Punkte finden kannst ist hinter dem Ohrläppchen. Hier gibt es einen Knochenvorsprung und wenn du dich von dort mit dem Finger entlang des Hinterhauptes in Richtung Mitte tastest, dort wo die Hauptmuskulatur des Nackens ansetzt, findest du alle schmerzhaften Punkte. Du kannst sie überprüfen, wenn du den Kopf leicht drehst, um zu spüren wie der Schmerz zu- und abnimmt, auch wenn du gerade keine Kopfschmerzen hast. Jetzt fällt es sicherlich ganz leicht dir vorzustellen, wenn jetzt noch eine innere Anspannung dazu kommt, wie dann der Kopfschmerz losgeht.
Du musst jetzt nur noch dafür sorgen, dass der Spannungszustand so niedrig wird (entspannt), damit bei der nächsten Anspannung der Muskel nicht mehr in Not gerät und sich mit Schmerzen melden muss.
Die bedeutendste, aber in der Bevölkerung wenig bekannte Ursache, ist die Verspannung der Kaumuskulatur durch Störungen im Kauapparat. Und da reicht eine 0,2 mm zu hohe Füllung aus, um in Verbindung mit der inneren Anspannung das System zu aktivieren. Sichere Anzeichen für eine solche Störung sind abgeschliffene Zähne, nächtliches Knirschen und Zahneindrücke auf der Zunge vom Pressen. Störungen im Kausystem führen in 100 % zu Kopf- und Gesichtsschmerzen und in 80 % zu Nackenschmerzen. Das erklärt sich aus unserer Entwicklung. Am Anfang bei der Geburt bestehen wir zu 100% noch aus. Kauapparat: saugen und der erste Schrei. Von Anfang an sind alle Emotion dort gespeichert. Im nächsten Halbjahr kommt die Entwicklung der Halswirbelsäule dazu und da die Nackenmuskulatur als Hilfsmuskulatur für die Nahrungszufuhr gelten muss- denn zum Abreißen eines Hähnchenschlegels wird die Halsmuskulatur zwingend gebraucht – beeinflusst sich das System gegenseitig.
Medikamente sind hier keine wirkliche Lösung, denn bei chronischen Kopfschmerzen ist der Medikamentenkopfschmerz die häufigste Ursache, ausgelöst durch regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln. Menschen mit Medikamentenkopfschmerz werden schmerztherapeutisch richtig entzogen und 70 % sind danach komplett beschwerdefrei ohne irgendeine spezifische Therapie. Also lieber Finger weg, es geht auch ohne.
40 % aller Informationen aus dem Körper an das Gehirn stammen aus den oberen drei Halssegmenten und dem Kiefergelenk wobei allein 60 % auf das Kiefergelenk entfallen. Somit wird eigentlich klar, dass die Zähne zusammenbeißen keine wirklich gute Methode ist, um Problemen aus dem Weg zu gehen, denn sie führt definitiv zu mehr Spannung.
Was ist zu tun?
1. Unser Körper ist ein wässriges Medium und wenn der Fluss stockt, dann nimmt man einfach Wasser um ihn wieder in Fluss zu bringen und zwar eher etwas mehr als du denkst. Unser Körper besteht aus bis zu 80 % aus Wasser. Ich würde es mal mit Trinken von 2,5-3 l Wasser am Tag versuchen.
2. Wir waren Jahrmillionen lang Bewegungsmenschen und haben täglich viele Kilometer auf der Suche nach Nahrung zurückgelegt. Das ist ganz fest in unserem genetischen Programm verankert, sozusagen auf unserer Festplatte einprogrammiert. Die Empfehlung der Fachgesellschaften ist, mindestens dreimal wöchentlich 30 min Ausdauersport betreiben.
3. Unsere Vorfahren hatten deutlich weniger Input täglich für das Gehirn. Es gab immer wieder lange Zeiten von Ruhe und Entspannung, ohne dass die Gehirnzellen übermäßig feuern mussten. Das hatte sich über die Entwicklungsgeschichte des Menschen bewährt. Offenbar ist bei hektischem Leben das erlernen von Entspannungstechniken eine sinnvolle Option. Alle wissenschaftlichen Untersuchungen zeigen, dass alle Entspannungsmethoden, egal nach welcher Methode zu einer Verbesserung der Kopfschmerzsituation führen. Schau dich um was vor Ort angeboten wird und du wirst sicherlich das passende für dich finden.
4. Ein kühler Kopf feuert weniger Erregungssignale. Instinktiv greifen wir zu kalten Waschlappen, Eis oder frischer Luft. Bewährt ist, in einem alten Joghurtbecher Wasser mit einem Holzstück einzufrieren, quasi als Eis am Stiel und damit bei Bedarf die schmerzenden Stellen langsam streifenförmig abtreiben. Durch das wechselseitige Abkühlen und Erwärmen kommt wieder Bewegung in die Haut und die verkrampfte Muskulatur mit einer guten Schmerzbeeinflussung.
5. Pfefferminzöl auf die Schläfen gerieben, hat in wissenschaftlichen Untersuchungen genauso gute Ergebnisse in der Wirksamkeit wie Aspirin, nur ohne Nebenwirkungen. Vorsicht auf gar keinen Fall in die Augen bringen, das ist richtig unangenehm
6. Da bei Stress häufig viel Magnesium verbraucht wird und Magnesium gleichzeitig die Spannung der Muskulatur vermindern kann, ist oft eine ausreichende Magnesiumszufuhr äußerst hilfreich. Oft tut es auch Magnesium aus dem Drogeriemarkt.
7. Homöopathisch kann man Gelsemium C 30 immer versuchen, ohne Nebenwirkung mit einer wirklich hohen Ansprechrate beim typischen Spannungskopfschmerz.
8. Eine effektive Methode die Kaumuskulatur zu entspannen ist: die Arme mit den Ellenbogen auf den Tisch zu stützen und den Unterkiefer ist in die offene Hand zu stützen, so wie es müde Schüler tun sie den Kopf auf der Bank aufstützen, wobei der Mittelfinger in etwa in Höhe der Ohrspitze zwischen Ohr und Auge liegt und der Daumenballen unterhalb den Unterkiefer erfasst. Wenn du jetzt mit weit geöffnetem Mund den Unterkiefer beim Schließen des Mundes nach oben Richtung Kiefergelenk schiebst wird sich automatisch die verspannte Muskulatur lösen. Der Druck wird schon allein durch das Eigengewicht des Kopfes aufgebracht. Diese Bewegung wird mehrfach durchgeführt.

Michael Schlaadt

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